19. Jh.

| Friedrich, C. D. | Doré, G. | Rodin, A. |



Friedrich, Casper David (1774 - 1840)

!!! Weite, stille Naturlandschaften von Melancholie und Einsamkeit
Der Geburtsort von Casper David Friedrich liegt kaum eine Stunde von Clessidras Hauptort Rostock entfernt: Greifswald. Er zählt zu den Hauptmeistern der deutschen Romantik und wurde in Kopenhagen ausgebildet, zieht dann bis zu seinem Tod 1840 nach Dresden
Als kleiner Junge soll er seinem Bruder beim Ertrinken zusehen haben müssen, als er im Eis einbrach. Vielleicht rührt daher die schwermütige Empfindsamkeit seiner fast streng symmetrisch komponierten Landschaftsmalerei. Charakteristisch für Friedrich sind auch die Rückenfiguren, welche unvermittelt die Aufgabe an den Betrachter stellen, sich selbst in die Szene zu fügen. Seine Themen sind oft sinnbildlich und tiefgründig weit. In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam C. D. Friedrich aus der Mode, gelangt aber 1900 zurück in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. (Hauptquelle: Bertelsmann Lexikodisc 3.2, 1997)

(Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)





Doré, Gustave (1833-1883)

!!!!!!! Unglaublich phantasievolle, düstere Stiche, die den Künstler in den Wahn trieben
Man entdeckte den kleinen Gustave, als er Karikaturen von Verwandten und Lehrern im Alter von 5 Jahren verfasste und bereits mit 15 Jahren erhielt er zahlreiche Aufträge von verschiedensten Zeitschriften in Frankreich und England. In das Bewusstsein der Öffentlichkeit drang er schließlich mit Holzstichen zu Rabalais' Gargantua und Pantagruel und sollte von da an zu einem der verbreitetsten und produktivsten Illustratoren seiner Zeit werden. Besonders beliebt sind auch noch heute die Illustrationen zu Balzacs Tolldreisten Geschichten (1855), Dantes Inferno (1861), Bürgers Münchhausen (62), Cervantes' Don Quijote (63), Miltons Paradise Lost (65), zur Bibel (65), Poes Raben und vielen weiteren. Seine große Stärke lag in unheimlichen und dramatischen Motiven und sie waren nicht nur Untermalungen sondern entscheidende Mitgestalter der Atmosphäre eines Buches. Insgesamt illustriert er weit mehr als 200 Bücher und unzählige Artikel und Kurzgeschichten.
Zum Ende seines Lebens wirft man ihm jedoch vor, zu virtuos und fast schon abartig in seiner Kunst zu werden. Poes Rabe und der Rasende Roland gehören zu seinen letzten Illustrationen, bevor er in dem Wahnsinn verfällt und schließlich 83 stirbt.
Walter Moers errichtete Doré mit seiner "Wilde(n) Reise durch die Nacht" ein weiteres Denkmal. Das unterhaltsame Buch verbindet beeindruckende Stiche zu einem phantastischen Märchen, das vielleicht wirklich in Dorés Kindheit stattfand und ihn zum Zeichner werden ließ (mit einem Zwinkern).

(Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)
10 - Farinata degli Uberti richtet sich an Dante 13 - Harpien im Wald der Suizide 17 - Aufstieg aus dem Abgrund auf dem Rücken des Greifen 18 - Virgil zeigt Dante den Shade von Thais 34 - Luzifer, König der Hölle




Rodin, Auguste (1840-1917)

!!!!! Beeindruckend empfindsame Skulpturen voll Poesie und ewigem Leben
Auguste kam am 12. November 1840 in Paris zur Welt. 1875 lernte er auf seiner Italienreise Werke von Donatello und Michelangelo kennen. Ab 1879 arbeitete er in einer Porzellanmanufaktur. Aufgrund des griechisch anmutenden Realismus seiner ersten freistehenden Bronzefigur warf man ihm vor, er hätte den Gipsabguss eines lebendigen Modells verwendet. Daraufhin schuf er die überlebensgroße Figur "Johannes der Täufer". Den Kritikern blieb kaum etwas anderes übrig, als dieses Werk als das von Rodins Händen anzuerkennen.
Sein Stil wurde zunehmend impressionistischer; er war darauf bedacht, selbst die Effekte von Licht und Schatten einzufangen und gleichzeitig tiefe Empfindungen durch seine Figuren auszudrücken - nicht zuletzt ein Grund für seine unglaubliche Bedeutung und die Schönheit seiner Werke. Der Denker (80-90), seine wohl bekannteste Arbeit und eine der am meisten reprodoziertesten Skulpturen, entstand ganz unter diesem Stern. Seine Figuren scheinen teilweise aus dem Stein zu fließen, sich aus ihm zu entwickeln und gerade im Gegensatz zum harten Stein noch lebendiger zu wirken. Wieder einmal steht Dantes Göttliche Komödie (Inferno) für ein Monumentalwerk Model: Das Höllentor, ein Bronzeportal für das Musée des Arts Décoratifs (Paris). Leider vollendete Rodin diese Arbeit nicht; die zahlreichen Studien und Einzelstücke bleiben indessen bekannt und beliebt: Der kuss, Ugolino, der Denker u. a.
Mit seiner Plastik "Die Bürger von Coalais" (95 aufgestellt), die dem Betrachter mit dringendem Nachdruck direkt in die Augen schaut, durchbrach er die denkmalgleiche Skulpturkunst. Er setzte ganz neue Maßstäbe, indem er der üblichen historischen Heroisierung entsagte. In Stein gefasst hat Auguste Rodin unter anderem Georges Clemenceau, George Bernard Shaw, Victor Hugo und Honoré de Balzacs. Auch diesen Figuren sagt man unglaubliche Lebendigkeit durch ihre Expressivität nach.
Leider musste sich Rodin zeit seines Lebens beständig mit Unverständnis und harscher Kritik an seinem Werk auseinandersetzen. Seine Akte waren zu lasziv, seine Figuren zu lebendig und entsprächen nicht dem Zeitgeist, trotzdem erkannte man Rodin im Alter als renommierten Bildhauer an. Am 17.11.1917 stirbt er in Maudon, Frankreich.
(Hauptquelle: Microsoft Encarta Enzyklopädie 98)

(Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)





Disclaimer: Wir übernehmen keine Verantwortung für den Inhalt der Links