Aus dem Englischen von Gabriel, 28.12.02

Geschichte:
Der Schwarze Schleier (Black Veil) ist ein für das Sanguinarium geschriebener ethischer Grundcodex, der von vielen Individuen, Haushalten, Höfen und Organisationen in der Vampyr- und Vampiristengemeinschaft angenommen wurde. Die erste Version wurde 1997 von Father Sebastian, House Sahjaza, als Leitfaden für die Schirmherren des Vampyrrefugiums Long Black Veil in New York City geschrieben. 1998 und 1999 überarbeitete Lady Melanie die erste Version. Seitdem entwickelte Michaelle Belanger, House Kheperu, den Schwarzen Schleier weiter und rundete ihn mit Beiträgen und Vorschlägen der allgemeinen Vampyr/Vampiristensubkultur ab.

COVICA, ein Konzil ausgewählter Älterer verschiedenster Traditionen, beratschlagte im März 2000 erneut über den Schwarzen Schleier 1.0. Der BV (Black Veil) war bereits weit verbreitet und aus dem Englischen ins Portugiesische, Deutsche und Spanische übersetzt. Er avancierte zu den "Dreizehn Regeln der Gesellschaft", obwohl man die Dogmatisierung nicht beabsichtigte. Ende 2002 präsentiert Michelle Belanger mit Zuarbeit von Father Sebastian Todd und anderen den BV 2.0 als eine Philosophie, eine ethische Tradition, nicht aber als Doktrin. Diesem Codex kann man freiwillig folgen. Er stellt lediglich das Beispiel eines Grundleitfadens dar. BV 2.0 ist kein übergeordnetes Gesetz, das versucht, die Gemeinschaft zu regieren.

Dieses Dokument darf nur für persönliche oder unkommerzielle Zwecke als auch für allgemeine Benutzung innerhalb der Gesellschaft gedruckt werden, wenn ein direkter Verweis auf den Ursprung enthalten ist und keine Änderungen vorgenommen werden. Anmerkungen, Zusätze u. ä. können für jeden Haushalt, Hof, für jede Gemeinschaft individuell angebracht werden, solange der Originaltext nicht verändert wird. Bitte respektiert jene, welche den Schleier schafften.
© 1997-2003 Father Sebastian und Michelle Belanger, Übersetzung mit schriftlicher Erlaubnis Father Todds von Gabriel deVue, Dec 02

Diskretion
(Discretion)
Respektiere dich selbst und gebe dich so, dass andere dich auch respektieren. Wähle mit Bedacht, wem du dich zu erkennen gibst. Erkläre, was du bist, aber nicht um zu schocken, sondern um zu lehren und zu informieren. Prahle nicht mit dem, was du bist und behalte immer im Bewusstsein, dass deine Aktionen auf die Gemeinschaft reflektiert werden, ob du es willst oder nicht.
Teile deine Natur nur mit jenen, welche die Reife haben, jene zu verstehen und zu akzeptieren und lerne, jene Leute zu erkennen.

Vielfalt
(Diversity)
Unter uns existieren viele unterschiedliche Praktiken und Ansichten. Niemand von uns hat alle Antworten darüber, wer und was wir sind. Respektiere die Entscheidungen und den Glauben eines jeden. Lerne darüber und teile dein Wissen. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke und wir sollten Missverständnisse nicht die Gemeinschaft schwächen lassen.
Finde deinen Weg und lasse auch anderen diese Freiheit.

Der Schlaf der Vernunft von F. de Goya
Kontrolle
(Control)
Die Dunkelheit darf dich niemals aufzehren. Du bist mehr als dein Hunger und kannst bewusst Kontrolle ausüben und trainieren. Sei nicht gewissenlos. Handle immer mit Bedacht auf Sicherheit. Trinke niemals, weil du glaubst, es würde dich mächtiger machen; trinke, weil dies ist, was du tun musst.
Folge deiner Natur, benutze sie aber nicht als Entschuldigung, um jenen zu schaden, welche dich umgeben.

Ältere
(Elders)
Respektiere jene, welche sich Respekt verdienten. Jeder kann sich einen Titel verleihen, aber ein wahrer Anführer wird sich durch Hingabe, harte Arbeit und große Taten beweisen. Ältere sollten Wegweiser, keine Diktatoren oder Herrscher sein. Nimm sie als Beispiele, entscheide aber immer selbst, was du tun musst.
Respektiere die Person, nicht die Position und verstehe, dass deine Entscheidungen immer deine eigenen sind.

Verhalten
(Behaviour)
Wisse, dass jede Handlung eine Resonanz hervorruft und dass du alleine die Verantwortung für deine Entscheidungen trägst. Unterrichte dich über riskante Verhaltensmomente und agiere mit Vernunft und Bedacht. Erlaube niemandem, dich auszunutzen und genauso darfst du keinen anderen rücksichtslos benutzen.
Respektiere die Rechte anderer und behandle sie, wie du selbst behandelt werden willst.

Donneure
(Donors)
Das Trinken sollte zwischen einverstandenen Erwachsenen stattfinden. Erlaube jedem Donneur, eine informierte Entscheidung zu treffen, bevor sie von sich an dich geben. Nimm nicht bedenkenlos oder übermäßig, versuche einen allgemein nützlichen und angenehmen Austausch zu fördern.
Respektiere das Leben, von dem du nimmst und misshandle niemals diejenigen, welche für dich sorgen und geben.

Gemeinschaft
(Community)
Sei offen für andere in der Gesellschaft. Tausche Ideen, Informationen und Unterstützung aus. Sei gastfreundlich zu anderen und schätze Gastfreundschaft, wenn sie dir gewährt wird. Verwickle dich nicht in illegale Aktivitäten, denn sie gefährden uns alle.
Versuche, unsere Gemeinschaft zu bereichern und unterstütze all jene, welche ebenfalls danach streben.

Anmerkungen:
- ‚to feed' ist mit ‚trinken' und ‚nehmen' übersetzt, spricht hauptsächlich das ‚nehmen' von Lebensenergie (in welcher Form auch immer) an