Vampyrismus


     Was ist Vampyrismus
Vampyrismus ist eine Bewegung, die sich hauptsächlich mit Vampiren beschäftigt.
Woher? Während der letzten fünfzehn Jahren wurden nicht zuletzt durch Anne Rices Vampirromane (Wie z.B. 'Interview mit einem Vampir'), das White Wolf Rollenspiel Vampire: the Masquerade und die steigende Popularität der gesamten Gothicbewegung (Musik, Mode, Interessen) auch Vampyrgruppen gefördert. Oft verbindet Vampiristen die unglaubliche Faszination mit dem Thema dieses Mythos. Das kann vom "Bücherverschlingen" und einfachen Videoabenden bis zum kompletten Umstellen des eigenen Lebensrhythmus reichen. Da es weder eine gängige Definition für den Mythos Vampir, noch für den heute lebenden Vampyr gibt, fällt es nun schwer, dieser Bewegung ein Gesicht zu geben. Die verschiedenen Konzepte reichen von bluttrinkenden Gruppierungen über religiösen Gemeinschaften, Fanorganisatoinen bis hin zu einfachen Freundeskreisen.
Blutrituale oder Gemeinschaften, welche sich für irgendeine Form des literarischen Vampirs interessieren, existieren schon weitaus länger als die Neobewegung des Vampyrismus'.
Alter? 60jährige und 15jährige sind gleichermaßen anzutreffen, wenn auch die Hauptinteressengruppe zwischen 20 und 35 liegt.
Veranstaltungen? Bücherlesungen bis Mittelaltermärkte, Vampyrbälle bis einfache Cafétreffen, Filmnächte, Quabals (geschlossene Treffen), in Fällen von religiösem Vampyrismus auch Riten und Messen.
Und Ihr? In Clessidra ligamentum treffen sich Psivampyristen. Das bedeutet, dass wir uns zwar sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, uns aber trotzdem noch in die Grenzen unseres menschlichen Körpers fügen. Wir haben keine Superkräfte, brauchen zum Überleben kein Blut und niemand von uns hat eine wirklich intensive Sonnenallergie. Wir fördern die geistige Entwicklung des Vampyrismus und schätzen demnach Atmosphäre, Lehre und Diskussion.


     Wie erkennt man einen Vampyr
Da viele Vampyristen in ihrem Tagesleben durch ihren Beruf an bestimmte Kleiderordnungen gebunden sind, fällt es schwer, alleine vom Äußeren auszugehen. Auch das beliebteste Symbol der Szene, das Ankh (?), deutet nicht automatisch auf einen Liebhaber des Vampi/yrismus hin.
Einige Leute behaupten, dass bestimmte Vampyre eine sehr anziehende, faszinierende Aura auf sie ausüben. Das scheint allerdings nicht von allen Menschen so wahrgenommen zu werden und auch nicht von jedem Vampyr auszugehen.
Da es auch keine Modevorschriften im Nachtleben gibt, kann man auch dort keine Erkennungsmerkmale festsetzen. Was beliebte Modedinge sind, ist hier kurz zusammengefasst. Vampyre, die erkannt werden wollen, drücken dies oft mit eindeutig getragenen Symbolen, Fangzähnen, bleichem Make-up und ähnlichem aus. Insgesamt ist der Stil meist dunkel und elegant.


     Hat ein Vampyr übernatürliche Kräfte
Nein.
Keiner von uns kann sich in Nebel oder eine Fledermaus verwandeln. Dieser Mythos stammt von dem literarischen Vampiren und überlieferten Legenden. Manchen Vampyren ist es dennoch vergönnt, eine große Anziehungskraft auf Suchende oder mit dem Thema Faszinierte auszuüben. Vielleicht liegt dies an der oft intensiven Liebe zur Nacht, dem Ausleben seiner Neigung durch Kleidung, Benehmen und Sprache. Einige Energievampyre glauben auch, durch trainierte Energiezirkulation die Donneure (Gebende) zu fesseln. Dort sind die Meinungen aber schon wieder sehr geteilt.
Wenn man dies mit aller Vernunft betrachtet, wird man sehen, dass jeder Vampyr an die Grenzen seines Körpers gebunden ist. Und Hochgefühle (durch positive Energie) bringen jeden dazu, über genau diese Grenzen hin und wieder hinauszugehen. Energievampyristen sind überzeugt, dass man diese Fähigkeit auch trainieren kann.




     Wie wird man Vampyr
Der gängigste non-fiktionale Erklärungsversuch ist es, von der natürlichen Veranlagung zu sprechen. Die wenigsten werden tatsächlich schon im Kindesalter ihrer dunklen Natur nachgehen. Während der Pubertät entdecken einige Menschen dann eine unmenschlich andere Seite an sich, die oft mit der Liebe zur Nacht und/oder einem extrem intensiv erlebten Dualismus zusammenhängt. Die Vampyristen kommen auf diesem Weg zur den Gruppierungen. Man muss auch sagen, dass dies Gefahren in sich birgt: Auf der Suche nach Provokantem, nach Untergründigem und Okkultem, verblendet sie oft die Faszination. Dass dieser Weg nicht die ganze Zeit schön und mystisch ist, sondern auch eigene Entwicklung, Durchhaltevermögen und Zuarbeit erfordert, wird manchmal vergessen. Deshalb setzt Clessidra zum Beispiel eine 18 Jahre Grenze. Natürlich ist kaum jemand von uns erst nach dem 18ten Lebensjahr mit dem Thema intensiv in Berührung gekommen, aber diese Maßnahme ist erforderlich, um auch der Entwicklung des Vampyrismus zur Moderichtung entgegenzuwirken (Genaue Ausführung des 18-Jahre-Punktes hier).

Andere Modelle reichen von übermäßigem Kontakt mit einem Vampyr, dem Trinken seines Blutes, Einweihungsritualen, Meditation und Erleuchtung bis zu Vampyrsein von Geburt an.


     Wie ist das mit dem Erwachen
In Clessidra sprechen wir bei dem Erkennen der Vampyrseite in einem vom "Erwachen".
Dies geschieht meist in der Pubertät. Oft wird dieser (meist lange andauernde) Prozess durch immer stärkerer Entrücktheit von der alltäglichen Welt empfunden. Die Beschäftigung mit allgemein düsteren oder melancholischen Themen nimmt zu, nachts lebt man eine ganz andere Seite von sich aus. Diese andere Seite steht oft in immer größerem Widerspruch zur Tagseite. Das 'Erwachen' nennen wir dann das Erkennen dieser anderen Seite als Vampyr in uns. Nicht nur in uns, sondern als das zweite Gesicht von uns. Aber auch hier: Für einige ist dies eine hin und wieder ausgelebte Leidenschaft, für andere ein intensiver, nahezu immer präsenter Dualismus (In Clessidra ligamentum machen wir dort keine Unterschiede).


     Was bedeutet das Zwielicht
Dieses Wort tritt in unserem Portal öfter auf und ist sehr durch das Sanguinarium-Konzept geprägt: Zur Tagseite gehören alltägliche Verpflichtungen wie essen, Steuern zahlen, Verwandte besuchen, zur Arbeit zu gehen. Sind wir in der Lage dieses zu meistern, können wir auch unsere Nachtseite ausbauen: Kreativität, Nachtliebe, Spiritualität, Kommunion (Energieaufnahme), das Feiern und Entwickeln unserer vampyrischen Seite. Das Zwielicht ist die perfekte Balance zwischen den beiden Welten und wird versucht, von jedem zu erreichen, denn wer zu lange am Tag lebt, fällt in die Lethargie des Alltags und wer zu sehr das Dunkle liebt, wird von der Menschlichkeit entfernt. Dieser Dualismus muss ausgeglichen werden.


     Ist Vampyrismus eine Religion
Nein.
Clessidra ist keine Gemeinschaft, die um Anbetung eines höheren Wesens bittet. Wir verpflichten niemanden zum Beitritt und auch der Austritt wird ohne Probleme erfolgen können. Wir fordern keine materiellen Güter oder die unbedingte Anerkennung einer Autorität. Das einzige, was wir voraussetzen ist die Akzeptanz des Schwarzen Schleiers (II), der von den meisten Interessierten sowieso gelebt wird.
Nicht viele von uns begrüßen es, an die Öffentlichkeit getragen zu werden, oft, da gerade die öffentliche Seite die Tagseite ist. Trotzdem trägt Clessidra nicht den Charakter einer Geheimgesellschaft. Unsere geschlossenen Treffen sind nur für Mitglieder, da wir dort Persönliches und der Öffentlichkeit verschlossene Lehren diskutieren. Geheimhalten tun wir unsere Organisation aber nicht und laden jeden ein, sich mit uns und dem Thema auseinander zu setzen.


     Kann ich als Christ / Buddhist /... auch Vampyr sein
Ja.
Trotzdem trifft dies selten zu. Viele Personen treten als Suchende zu uns, weil sie in anderen Richtungen nicht fündig wurden oder sich von der Nacht angezogen fühlen. Es spricht aber nicht gegen die Grundsätze anderer Religionen, den Dualismus in sich zur Balance zu führen. Der Ausgleich zwischen den beiden ewig gegensätzlichen Strömen unserer Welt zu finden ist in vielen Glaubensrichtungen sogar Grundsatz.
Von der Theorie her ist es also möglich und in Clessidra ist jeder Willkommen, der sich für das Thema interessiert und jeder herzlich eingeladen, der bei uns fündig wird.


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