Wir haben uns entschieden, die Vampyrischen Verhaltensvorschriften befreundeter Höfe nicht zu veröffentlichen, da sie für die jeweilige Region, Hofstruktur sehr spezifisch sind und in vielen Punkten eine Hierarchie voraussetzten, die unserer Meinung nach nicht immer notwendig ist. Allgemein gilt: Der Handkuss als Gruß ist ein muss, allerdings nur, wenn die Dame die Hand dazu anbietet. Die Hand wird mit den Lippen nicht berührt. Wenn nicht anders erbeten, pflegt man einen gehobenen Ton und Anreden im Plural. Die Bekleidung sollte dem Anlass entsprechend aufwändig sein, sie ist aber nicht das Einzige, durch das man in Erinnerung bleiben kann.

Aus verschiedenen Ressourcen zusammengetragen, folgt nun ein Knigge für das Tagesleben, der mindestens auch in der Nacht gelten sollte. In wie weit man ihn auf sich schreibt, ist jedem natürlich selbst überlassen. Es ist auf jeden Fall hilfreich, die folgenden Dinge einmal gelesen zu haben. Die meisten Einträge sind mit schriftlicher Erlaubnis wörtlich dem Kochatelier entnommen. Zusatzbemerkungen sind gekennzeichnet.



Trinken
Allgemein
Anstoßen
Aperitif
Wein- und Sektglas

Essen
Besteck
Brot und Brotmesser
Fingerschalen
Serviette
Wie isst man was?

Manieren generell
Gastgeschenke
Blumenstrauß als Geschenk
Haltung
Konversation
Servieren


Getränke allgemein


Zum ersten Schluck fordert immer derjenige auf, der eingeladen hat. Das Glas ist stets am Stiel zu halten. Nicht nur, weil es beim Anstoßen schöner klingt, sondern beim Anfassen des Kelchs kann sich das Getränk auch sehr leicht erwärmen.
Beim Anstoßen sollte man sich immer in die Augen sehen. Als Trinkspruch ist ein "Zum Wohle" oder "Auf ihr Wohl" oder ein "Prosit" angebracht.
Aperitifs, wie zum Beispiel Portwein oder Sherry, werden als appetitanregende Getränke gereicht. Hat das Essen begonnen, werden sie nicht mehr getrunken.
Wird die Weinsorte gewechselt, sollte man vom vorher servierten Wein nicht mehr trinken. Wenn das Glas noch gefüllt ist, kann man es einfach stehen lassen. Allerdings wird es jeder Gastgeber respektieren, wenn man lieber bei einer Sorte bleiben will.

Anstoßen


Mit Wein oder Champagner wird unter anderem an Silvester zum neuen Jahr, zum Geburtstag oder nach einer Rede angestoßen.
Die Getränke müssen in den entsprechenden Gläsern mit Stiel serviert werden, an denen sie auch anzufassen sind, denn nur dann klingen die Gläser beim Anstoßen klangvoll. Haben alle Gäste ein gefülltes Glas, dann hebt der Gastgeber sein Glas an, nimmt Blickkontakt auf und spricht "Zum Wohl". Die Gäste sprechen ihm nach, trinken, schauen alle noch einmal in die Runde und setzen dann erst ihre Gläser ab.
Beim Anstoßen ist keine genaue Reihenfolge festgelegt, in der Regel wird aber zuerst mit dem Jubilar angestoßen, dem Ehren- oder Festgast, der Braut und dem Bräutigam oder an Silvester selbstverständlich mit dem Menschen, der einem selbst am nächsten steht. Allerdings quer über einen Esstisch anzustoßen sollte unterbleiben.



Aperitif


The Addiction, 1995 USA Der Gastgeber schätzt den Aperitif, weil seine Gäste nicht befangen mit leeren Händen herumstehen müssen, bis die letzten Gäste eingetroffen sind und der Gourmet liebt ihn, da er den Appetit lockt. Wesentliche Voraussetzung für seine Wirkung ist allerdings, dass er mit Ruhe getrunken wird.
Der Aperitif ist das Vorspiel zu einem erlesenen Essen und sollte auf die folgenden Speisen abgestimmt sein. So ist es beispielsweise unangebracht, zu einer deftigen Brotzeit den gleichen Aperitif zu reichen wie zu einem kalten Buffet mit auserlesenen Delikatessen. Barbarei wäre es auch, wenn ein feuriger Tequila ein Menü mit edlen Weinen einleiten würde. Dafür empfehlen sich ein trockener Sherry oder Champagner.
Der Aperitif kann in vier Grundarten eingeteilt werden:
Bitter-Getränke
Weine, Sekte oder Champagner
Cocktails
mit Wasser verdünnte hochprozentige Drinks
Allerdings ein zu hoher Alkoholgehalt denaturiert den Gaumen und macht ihn unempfindlicher für das Kommende. Auch Cocktails sind als Aperitifs problematisch, daher ist es ratsam sich an die klassischen Rezepte zu halten.
Klassische Aperitifs sind Campari, Vermouth, Martini-Cocktails, Manhattan, Kir, Dubonnet, Noilly Prat und Suze, sie werden nach der Getränkekunde ohne Trinkhalm und auch meist ohne Eiswürfel serviert. Weil der Aperitif nur appetitanregend sein soll, werden diese Drinks in Südweingläser oder Tumbler -kleine Bechergläser- serviert.

Der Umgang mit Wein- und Sektglas

Damit Wein und Sekt, die für sie typische und richtige Temperatur behalten können, haben die Gläser einen Stiel.
Ein Weinglas besteht aus dem Stiel und der Cuppa, das Sektglas aus Stiel und Schale oder Kelch.
Gläser werden am Stiel angefasst und nicht an der Cuppa, so dass weder Wein noch Champagner durch die Körperwärme zu einem schalen Getränk werden. Die Ausnahme ist Rotwein; er darf, falls er kellerkalt serviert wurde, zwischen beiden Händen leicht erwärmt werden.
Der richtige Weinliebhaber achtet jedoch darauf, dass die Finger keine Spuren auf der Cuppa hinterlassen und sein Glas klar bleibt, damit die Farbe und das Glitzern des Weines voll zur Geltung kommen.
Während des Essens sind vor dem Trinken immer kurz die Lippen mit der Serviette abzutupfen, um Speise- und Fettränder am Glas zu vermeiden. Lippenstiftspuren auf Weingläsern sind nicht nur ein Fauxpas, sie sehen auch ekelhaft aus. Es empfiehlt sich daher, bei großen festlichen Essen entweder einen trockenen Lippenstift zu verwenden, oder nur ein Hauch von Lippenstift aufzutragen. Da die Lippen vor dem Trinken immer abzutupfen sind, werden allerdings die hinterlassenen Spuren somit auf der Serviette sichtbar. Ein weiterer Grund sich nur dezent die Lippen zu schminken.

Besteck


Das Messer wird immer in der rechten Hand gehalten. Diese Regel gilt auch für Linkshänder, denn ein Links- und ein Rechtshänder nebeneinander platziert, würden beim Essen mit den Ellenbogen zusammenstoßen und sich gegenseitig behindern. Wer sich also korrekt benehmen will, muss das Messer rechts halten.
Die Gabel sollte so geführt werden, dass sie eine waagerechte Linie einhält mit einer leichten Neigung nach unten.
Der Löffel wird auch waagerecht zum Mund geführt. Dabei sollte man ihn nicht randvoll füllen, dass die Suppe nicht in den Teller zurückschwappt.
Unbedingt beachten: Gabel oder Löffel werden immer zum Mund geführt und niemals umgekehrt!
Eine Unsitte ist es die Suppe durch Pusten abzukühlen, hierbei werden nicht nur unangenehme Geräusche produziert, sondern auch der Tischnachbar kann durch die entstehenden Windböen und Suppenduschen durchaus belästigt werden. Zu den schlimmsten Geräuschen gehört allerdings das Schlürfen. Es ist einfach ekelhaft und es darf niemals darf geschlürft werden.
Da beim Essen häufig Getränke gereicht werden ergibt sich die Frage nach der korrekten Besteckablage. Das Besteck darf in diesem Falle nicht rechts und links auf dem Tellerrand abgelegt werden, da es leicht abrutschen kann oder Speisereste und Saucen auf das Tischtuch tropfen können. Das Besteck ist ordentlich auf dem Teller abzulegen, d.h. es sollte dabei nicht in die Speisen stechen, sondern es ist an den Spitzen zu kreuzen, bzw. die Messerspitze ist in die Gabelmulde zu legen.
Darüber hinaus gibt es noch eine Bestecksprache. Danach bedeutet ein mit den Spitzen gekreuztes Besteck, dass der Gast noch nicht fertig ist oder gerne noch einen Nachschlag hätte. Liegen Messer und Gabel parallel nebeneinander (die Schneide des Messers zur Gabel), so bedeutet dies, dass das Essen beendet ist. Die Anordnung rechts unten -fünf vor halb sechs- bedeutet, dass das Essen nicht den Erwartungen entsprach, links unten -fünf nach halb sieben- zeigt an, dass geschmeckt hat.

Brot und Brotmesser

Zur Vorspeise werden manchmal Brot, Brötchen oder Toast gereicht. Das Brot wird weder abgebissen noch mit dem Messer geschnitten, sondern es wird in kleine mundgerechte Stücke gebrochen. Das Brot selbst wird an oder auf dem Vorspeisenteller abgelegt.
Gibt es zu dem Brot oder Toast zusätzlich noch Butter, dann steht links oberhalb des Haupttellers der kleiner Brotteller, mit einem meist ebenso kleinen Brotmesser. Auch hier wird das Brot oder Brötchen nur durchgebrochen, in kleine Stücke zerteilt und jedes Stück mit Butter bestrichen, so dass es in einem Happen gegessen werden kann. Nach der Vorspeise und Suppe wird der Brotteller abgeräumt und der Salatteller nimmt statt dessen den Platz, links oben neben dem Platzteller, ein.

Vom Umgang mit Speisen

Ananas
Äpfel
Apfelsinen
E. Munch, der Vampir Artischocken
Austern
Avocado
Bananen
Birnen
Brot
Eier
Fisch
Geflügel
Kaviar
Hummer
Käse
Kartoffeln
Kirschen
Krabben
Krebse
Mandarinen
Muscheln
Pasteten
Pfirsiche
Pflaumen
Salat
Schnecken
Shrimps
Spaghetti
Spargel
Suppen
Weinbergschnecken
Weintrauben


Ananas Die in Scheiben geschnittene Ananas wird mit dem Obstbesteck gegessen

Äpfel sind je nach Sorte zu schälen. Danach in mundgerechte Stücke schneiden und das Kerngehäuse entfernen. Das Obst mit dem Besteck oder den Fingern essen.

Apfelsinen Schale mehrmals mit dem Obstmesser anritzen, Schale entfernen, weiße Haut auf dem Fruchtfleisch abziehen, Frucht teilen, die Stücke mit den Fingern vom Obstteller nehmen

Artischocken als lauwarme Vorspeise serviert werden so gegessen, indem man von unten beginnend Blatt für Blatt aus der Frucht herauszieht und diese in die gewünschten Saucen dippt, die oberhalb des Gedecks stehen. Bei den Artischockenblättern ist nur das untere dicke Blattende genießbar, dieses wird mit den Schneidezähnen erfasst und das Innere herausgezogen. Der Blattabfall kommt in bereitgestellte Schälchen oder auf Teller. Wenn alle Blätter herausgezupft sind bleibt als Rest der Boden mit dem Heu. Das Heu wird mit einem kleinen Löffel entfernt und kommt zu den Abfällen. Der Artischockenboden, wird mit einer Gabel zerteilt, in die gewünschte Sauce getaucht und gegessen. Hierzu wird eine Gabel benutzt und nicht die Finger.

Austern Am besten nimmt man die Auster in einer mehrfach gefalteten Serviette mit der gewölbten Seite nach unten in die Hand und trennt dann die Schale an der rückwärtigen Nahtstelle mit einem Austernmesser. Da sich in der Schale außer dem Fleisch auch noch Meerwasser befindet, sollte die Auster stets waagerecht gehalten werden. Ungeübte können sich auch mit einer Austernzange helfen. Das Fleisch haftet fest im unteren, tieferen Teil der Schale. Mit der Austerngabel entfernt man nun Bart und Darm, beträufelt das Fleisch mit etwas Zitronensaft, würzt es mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer und schlürft das Fleisch zusammen mit dem Meerwasser aus. Ob man Austern mit Bart und Darm isst oder ungekaut hinunterschluckt ist Geschmackssache und jedem selbst überlassen.

Avocado sie wird meist als Vorspeise halbiert und gefüllt serviert. Die Frucht fixiert man mit der linken Hand und schält das Fruchtfleisch mit einem kleinen Löffel heraus

Bananen Den Stiel der Banane umknicken, die Frucht bis zur Hälfte etwa abschälen und das freigelegte Stück essen. Dann weiterschälen und den Rest genießen.

Birnen da sie meist sehr saftig sind, sollte man Obstmesser und Gabel dazu verwenden. Sie werden geviertelt, das Kerngehäuse entfernt und in mundgerechte Stücke geschnitten. Je nach Saftigkeit mit dem Obstbesteck oder den Fingern essen. Filmplakat des Klassikers 'Nosferatu'

Brötchen in mundgerechte Teile brechen, mit Butter bestreichen und genießen. Belegte Brötchen auf dem Teller mit der Hand fixieren, um sie auseinander zu schneiden.

Eier In der Regel werden heute die Eier geköpft, es ist der ästhetischere Anblick. Es ist unangenehm und sehr schwierig, die Schale bei frischen weichgekochten Eiern abzupulen.

Fische stilgerecht und korrekt werden sie mit einem speziellen Fischbesteck verzehrt. Fehlt ein solches Besteck, so kann man auch auf zwei Gabeln zurückgreifen.

Geflügel gebratene oder gegrillte Hähnchen werden mit Messer und Gabel gegessen. Gebackene Hähnchen, die in der Regel trockener serviert werden, können mit den Fingern verspeist werden. Allerdings sieht es immer appetitlicher aus wenn man mit Messer und Gabel isst. Truthahn und Gans werden der Länge nach in Scheiben geschnitten und ebenfalls mit dem Besteck verzehrt.

Hummer Innerhalb einer Menüfolge wird in der Regel das Hummerfleisch aus Beinen, Scheren und Schwanz halbiert oder schon ganz ausgelöst serviert. Das Fleisch von Schere und Beinchen zieht man mit der Hummergabel heraus. Bei einem klassischen Hummeressen, bei dem es wie beim Krebsessen nur Hummer gibt, können Schere und Beinchen in die Handgenommen und ausgesogen werden.

Kaviar stilecht sollte er stets mit einem Perlmuttlöffelchen gegessen werden. Der Kaviargeschmack kann sich unter der Metallberührung verändern. Aus optischen Gründen ist er auf Eis in Glasschalen zu servieren. Die Art den Kaviar zu genießen ist reine Geschmacksache. Man kann ihn mit Zitrone beträufeln, mit einem Löffel auf ein Stück Baguette gelegt oder auch pur genießen.

Käse wird häufig zwischen Hauptgericht und Dessert gereicht wird. Die verschiedenen Käsesorten werden mit dem beigelegten Käsemesser abgeschnitten, es werden verschiedene Brotsorten dazu serviert. Man beginnt mit einer milden Sorte und geht auf die herzhafteren und pikanteren Sorten über.

Kartoffeln dienen in den meisten Fällen als Saucenträger. Schon deswegen sollten Kartoffeln nicht mit dem Messer geschnitten werden. Dennoch ist es gleichgültig ob die Kartoffeln geschnitten oder mit der Gabel zerteilt werden, eines jedoch ist ein Fauxpas, die Kartoffeln mit der Gabel zu zerdrücken, um die Sauce aufzunehmen. Plakat zur Verfilmung des Anne Rice Stoffes

Kirschen werden frisch serviert und mit den Fingern gegessen. In die diskret vor den Mund gehaltene Hand gibt man den Kern auf den Teller.

Krabben meistens werden sie fertig ausgepult serviert. Garnelen und Shrimps werden mit den Fingern gerade gebogen -Kopf links, Schwanz rechts- bis die harte Schale bricht. Ruckartig wird dann das Schwanzteil vom Körper getrennt. Die einzelnen Glieder der Schale werden gelöst, das Fleisch wird mit den Fingern gegessen. Manche saugen auch noch die Köpfe der Krabben aus.

Krebse Mit der linken Hand aus der Schale lösen. Mit der rechten Hand den Schwanz ausbrechen und seitlich aufschneiden. Die Spitze der Schere abschneiden und das Fleisch mit einer zweizinkigen Gabel herausholen. Den Rückenpanzer mit der Hand auseinander biegen. Das Fleisch mit dem Krebsbesteck essen.

Mandarinen schält und isst man Stück für Stück mit den Fingern.

Muscheln werden in einer Terrine serviert. Man nimmt eine der zweihälftigen Schalen, pult bei dieser ersten Muschel das Fleisch mit der Gabel heraus. Die nun leeren Schalenhälften, die noch miteinander verbunden sind, dienen nun als Besteck. Mit dieser "Muschel-Zange" zieht man nun das Fleisch aus den übrigen Schalen heraus und führt es zum Mund.

Pastete wird niemals mit dem Messer geschnitten sondern nur mit der Gabel oder eventuell mit einem Löffel gegessen.

Pfirsiche Werden immer mit dem Obstbesteck gegessen, gleichgültig ob sie geschält oder frisch serviert werden.

Pflaumen bricht man mit den Fingern auf und entfernt vorsichtig den Kern. Die Frucht mit der Hand zum Mund führen.

Salat darf, sofern er großblättrig serviert wird, mit dem Messer zerteilt werden, ansonsten zusammenfalten und aufspießen.

Schnecken werden in Spezialpfannen mit dem Schneckenbesteck serviert. Dabei nimmt man das Gehäuse mit der Schneckenzange aus der Pfanne und holt mit der zweizinkigen Gabel das Fleisch aus dem Gehäuse. Man isst es direkt von der Gabel oder legt es zunächst auf den Löffel, um die Schnecke mit der heißen, flüssigen Butter aus dem Gehäuse zu übergießen.

Shrimps Sie dürfen zwar mit den Händen ausgelöst, müssen aber mit Messer und Gabel gegessen werden

Spaghetti wenige Nudeln an den Tellerrand platzieren und mit den Gabelzinken aufwickeln. Weniger geübte Spaghettiesser sollten den Gebrauch eines Löffels nicht verachten. Auf gar keinen Fall dürfen Spaghetti "aufgesaugt" oder mit dem Messer zerschnitten werden. Verfilmung des ersten Vampir-buches von Anne Rice

Spargel werden in Gourmettempel mit der Spitze nach links auf dem Teller serviert. Ob der Spargel nun mit der Hand gegessen oder mit dem Messer zerteilt wird, ist reine Ansichtssache. Er wird aber immer von der Spitze her gegessen.

Suppe Den Suppenteller zu kippen, um den Rest auszulöffeln, ist tabu. Suppentassen dagegen dürfen gekippt und der Rest sogar ausgetrunken werden, letzteres sieht man jedoch selten.

Weinbergschnecken Das Gehäuse wird mit der Schneckenzange gehalten, mit der Schneckengabel zieht man das Fleisch auf den bereit liegenden Esslöffel heraus. Dann gibt man die Kräuterbuttersoße aus dem Gehäuse über das Fleisch und führt den Esslöffel zum Mund. Mit dem Toastbrot saugt man die restliche Kräuterbutter von der Schneckenpfanne auf.

Weintrauben werden mit den Fingern von der Rispe abgezupft und gegessen.

Die Serviette


Sie wird vor dem Essen einmal zu einem Rechteck gefaltet und auf den Schoß gelegt, jedoch erst dann, wenn der Gastgeber nach seiner Serviette greift und damit das Essen eröffnet. Sie dient in erster Linie dazu, sich vor dem Trinken die Lippen abzutupfen, um Speise- und Fettränder an den Gläsern zu vermeiden. Auch zum Abwischen des Mundes während des Essens benutzt man die obenliegende Hälfte der Serviette und legt sie anschließend wieder auf den Schoß. Die untenliegende Hälfte der Serviette bleibt damit zum Schutz der Kleidung sauber.
Nach der Mahlzeit wird die Serviette entgegen ihrem Originalkniff gefaltet, -um die Flecken nach innen zu verdecken- und links neben den Teller abgelegt. Papierservietten dagegen können einfach zusammengefaltet neben den Teller gelegt werden. Zu einem Menü gehören Stoffservietten, sie lassen sich besser handhaben, dekorieren und sehen einfach schöner aus.
Fauxpas: Die Serviette auf den leeren Teller oder gar in die Reste legen. Auch bei Papierservietten streng verboten!

Fingerschalen

Fingerschalen aus Glas, Porzellan oder Silber werden gereicht, wenn man Speisen bestellt, die man mit den Fingern isst, zum Beispiel Krebse, Austern oder Artischocken. Sie werden mit dem entsprechenden Gang serviert und stehen links vom Platzteller. Die Schalen enthalten lauwarmes Wasser, meist mit einer Zitronenscheibe oder einem Minzenblatt dekoriert. Mit einer Extra-Serviette kann man sich die Finger nach dem Abspülen wieder trocknen. Nach dem betreffenden Gang werden sie wieder abserviert.

Gastgeschenke

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
"Wer hierin aus thörichter Eitelkeit zu viel thut, betrügt sich und andere, sich, indem er Mittel verschwendet, die er besser anwenden könnte und andere, indem er unter der Maske der Gastfreundschaft nur seinen Hang zur Prahlerei befriedigt." KNIGGE, Adolf Freiherr von, 1896 Gera
"Über den Umgang mit Menschen"
9. Kapitel -Über das Verhältnis zwischen Wirt und Gast- Ein Gastgeschenk zeigt, dass man sich über die Einladung gefreut hat. Es beweist Höflichkeit, Anstand und Respekt dem Gastgeber gegenüber.
Die meisten Gäste entschließen sich dazu Blumen zu schenken, jedoch sprechen Blumen eine gewisse Sprache, d.h. sie haben eine Bedeutung und stehen gewissermaßen für ein Symbol. Blumen sollen daher immer mit Bedacht ausgesucht und verschenkt werden.
So sind rote Rosen nach wie vor Ausdruck für innige Liebe und wären daher völlig unangebracht sie einem Geschäftsfreund zu überreichen. Ebenso stillos wäre es Lilien einem älteren Menschen zu schenken, sie gelten symbolisch als Todesblume.
Zum Glück gibt es keine festen Regeln für Gastgeschenke. Ausgesuchte und persönliche Geschenke sind oftmals von bleibendem Wert (von praktischen Kleinigkeiten für den Haushalt bis zu einem guten Buch).
Wichtig ist jedoch, dass ein Geschenk nicht zu auffallend groß, sondern auf den Gastgeber abgestimmt ist. Ihm muss immer die Möglichkeit gegeben werden, sich später dementsprechend zu revanchieren.
Meistens kommen auch Aufmerksamkeiten für die Kinder eines Gastgebers gut an. Es sei denn sie wollen als Gast den Gastgeber ärgern und schenken den Kindern u.a. Trommeln, Tröten usw.

Einen Blumenstrauß überreicht der Gast bei der Begrüßung immer der Frau des Hauses. Zuvor soll das Einwickelpapier nach oben abgezogen werden. Sträuße in durchsichtiger Folie werden nicht ausgepackt. In der Regel soll ein Gast ausschließlich Schnittblumen überreichen. Männern soll man keine Blumen und Pflanzen als Gastgeschenk mitbringen, es sei denn es handelt sich um einen Junggesellen, der zur Einweihungsfeier seiner neuen Wohnung eingeladen hat.
Anmerkung (von kochatelier.de) Es ist wohl unangenehmer, vor einem kämpfenden Gast zu stehen, der vergeblich versucht das Papier über ein langstieliges Blumenarrangement nach oben zu zerren, als einen schon leicht geöffneten Blumengruß flott in die Arme gelegt zu bekommen.
Bei allen Regeln wird es auch wohl möglich sein dem Gastgeber eine Topfpflanze zu schenken. So gibt es heute u.a. wunderschöne Orchideen, die in einem Topf mit Sicherheit länger Freude bereiten.

Der Dank gehört zur Grundform des höflichen Benehmens, er ist eine Form des menschlichen Miteinanders.
Tipp Eine Danksagung für ein gelungenes Fest kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Eine schöne Geste ist, z.B. sie entweder in Form einer lieben, persönlich geschriebenen Karte oder in einem Blumenstrauß auszudrücken.

Haltung


Wichtigste Voraussetzung bei Tisch ist die Sitzhaltung. Man sollte aufrecht, entspannt und etwa eine Handbreite vom Tisch sitzen. Das gilt auch für die Haltung der Arme bei Tisch, diese sollten sich beim Essen am Körper angelehnt befinden. Die Hände sind nur bis zu den Handgelenken auf den Tisch zu legen, und mit den Unterarmen (keinesfalls mit den Ellenbogen!) kann man sich leicht abstützen. Wenn man das Besteck während des Essvorgangs hält, dürfen allerdings auch die Handgelenke nicht den Tisch berühren.
Wenn man die Sitzfläche des Stuhls vollständig ausnutzt und die Füße nebeneinander auf den Boden stellt, dann lässt sich ein mehrgängiges Menü mit Haltung locker überstehen.

Kunst der Konversation

Das Gelingen eines Festes hängt im wesentlichen von der Zusammensetzung der Gäste ab. Das gilt sowohl für eine Party im kleinen Kreis als auch für ein Fest in großem Stil. Bei einer großen Runde kann sich die Gästemischung vielfältig zusammensetzen, aus jungen, alten, spießigen, exzentrischen, konservativen und progressiven Menschen.
In einem kleinen Kreis dagegen muss die Zusammensetzung schon genauer geplant werden. Welcher Gast mit wem harmoniert und gleiche Interessensgebiete hat. So kann ein Gast mit einer extremen politischen Position unter Umständen eine Party in unangenehme Bahnen lenken, aber auch ein humorvoller Mensch, der sich mit seinen Kalauern ständig in Szene setzen will, trägt nicht unbedingt zu einem unterhaltsamen Abend bei. Eine witzige, geistvolle Unterhaltung kann lustiger, entspannender und amüsanter sein als eine pathetische Konversation.
Als Gastgeber hat man die Möglichkeit die Konversation zu lenken. So sollten Themen über Krankheit, Tod, Politik und Kirche möglichst tabu bleiben, sie können für Konfliktstoff sorgen oder sind traurige Stimmungskiller. Dagegen ist ein bisschen Klatsch immer amüsant. Denn solange Menschen in der Gesellschaft leben interessieren sie sich auch füreinander, mit dem Ergebnis, dass sie auch übereinander reden. Nimmt das Gerede allerdings negative Ausmaße an, dann ist rechtzeitig einzugreifen um den Gesprächsverlauf in eine andere Richtung zu lenken. Themenbereiche wie Sport, Theater, Musik, Kunst, Literatur, Sendungen oder Hobbys basieren auf breitem Interesse und werden immer gerne als Gesprächsstoff aufgenommen. Vor einem Fest ist es ratsam, sich schon vorher zu überlegen welche Themenbereiche allgemein interessieren könnten, um den Verlauf in Schwung zu halten. Vielleicht ist ein Gast darunter, mit einem beachtenswerten Hobby oder Beruf, der gerne spannendes darüber berichtet.
Bei einem gesetzten Essen an einem schmalen langen oder sehr großen Tisch, ist ein gemeinsames Thema kaum möglich. Der Gesprächskreis ist hier eingegrenzt, Unterhaltungsmöglichkeiten bestehen nur mit den Nachbarn zur rechten und zur linken Seite, bei einem sehr schmalen Tisch vielleicht noch mit dem Gegenüber. Deswegen ist eine Tischordnung unbedingt erforderlich, um Leute nebeneinander so zu platzieren, dass sie miteinander harmonieren und kommunizieren können. Es werden bei einer geselligen Runde immer genügend kluge Menschen dabei sein, die etwas dazu beitragen, dass der Abend zu einem Erfolg wird.

Servieren

Shadow of the Vampire mit J. Malkovich Beim Servieren verschiedener Gänge sind man auch heute noch bestimmte Regeln einzuhalten. Bei einem Festessen zu Hause, mit einer größeren Teilnehmerzahl, sollte man eine Servierhilfe einstellen. Dabei rechnet man für sechs bis acht Gäste, bei einem Menü, mit einer Hilfe. Diese serviert alleine, denn bei einem offiziellen Essen tischen Gastgeber oder Gastgeberin nie mit auf. Nach der modernen Regel, bekommt zuerst der Ehrengast oder die ranghöchste Dame die Speisen gereicht, danach wird im Uhrzeigersinn weiter serviert. Die Gastgeberin bittet zu Tisch wenn alle Gäste anwesend sind und eröffnet damit das Diner. Der Gastgeber hat die Pflicht, als erster das Glas zu erheben. Singles haben beide Aufgaben zu erfüllen.
Sämtliche Speisen werden von links serviert. Um sich besser bedienen zu können muss das Vorlegebesteck dem Gast zugewandt sein. Beim Herunternehmen der Speisen von der Servierplatte, darf diese niemals mit den Fingern berührt werden. Fertig angerichtete Portionen, wie Vorspeisen und Suppen, werden von rechts serviert. Auch Getränke werden von rechts eingeschenkt, wobei das Glas auf dem Tisch stehen bleiben muss. Beim Hauptgericht, werden in der Reihenfolge zuerst Fleisch und Saucen, danach Gemüse, Beilagen und Salate gereicht, hier darf zweimal zugegriffen werden. Vorspeisen und Suppen dagegen werden nur einmal serviert. Das Dessert wird erst angeboten, wenn alle am Tisch sitzenden Personen mit dem Essen fertig und alle Teller, Bestecke, einschließlich Salz und Pfefferstreuer abgeräumt sind. Das Abräumen wird von der rechten Seite vorgenommen.
Gut ausgebildete Kellner wissen die Lage des Bestecks zu deuten. Ein mit den Spitzen gekreuztes Besteck sagt aus, dass der Gast mit dem Essen noch nicht fertig ist oder er einen Nachschlag wünscht. Liegen Messer und Gabel parallel nebeneinander, wobei die Schneide des Messers zur Gabel hin ausgerichtet ist, drückt dies fürs Erste aus, dass das Essen beendet worden ist. Genauere Hinweise darauf, dass ein Essen zu wünschen übrig ließ, verrät eine Lage des Bestecks rechts unten, auf fünf vor halb sechs, wobei auch hier Messer und Gabel parallel nebeneinander liegen müssen. Bei einem Essen, das dagegen geschmeckt und in Ordnung war, ist das Besteck links unten, auf fünf nach halb sieben, parallel nebeneinander positioniert.
Hauptquelle: http://www.kochatelier.de/index.html